Dharmachakra – Das Rad des Gesetzes

Das Dharmachakra ist eines der ältesten Symbole des Buddhismus. Rund um die Welt wird das Symbol verwendet um den Buddhismus darzustellen. Es gilt als das Rad des Gesetzes und steht als Symbol für die von dem historischen Buddha Siddhartha Gautama gegründete Lehre.

Das Dharmachakra wird in den meisten Darstellungen mit acht Speichen dargestellt, wobei die acht Speichen den „edlen achtfachen Pfad“ zur Befreiung aus dem ewigen Kreislauf des Lebens darstellen. Gleichzeitig ist das Symbol auch eines der acht Glückszeichen des Ashtamangalas. Es gibt jedoch auch Darstellungen mit mehr Speichen.

Sämtliche Darstellungen repräsentieren hierbei unterschiedliche Konzepte

  • Wenn ein Rad zehn Speichen hat, repräsentieren die Speichen die zehn Richtungen – es ist praktisch überall auf der Welt gleichzeitig.
  • Wenn ein Rad zwölf Speichen hat, repräsentieren die Speichen die zwölf Glieder der bedingten Entstehung (Pratītya-Samutpāda).
  • Wenn ein Rad 24 Speichen hat, repräsentieren die Speichen die zwölf Glieder der bedingten Entstehung sowie die Umkehrung der zwölf Glieder und die Befreiung vom Samsara. Das 24-Speichen-Dharma-Rad wird auch als das Ashoka-Chakra bezeichnet.
  • Wenn ein Rad 31 Speichen hat, repräsentieren die Speichen die 31 Bereiche der Existenz aus der alten buddhistischen Kosmologie.
  • Wenn ein Rad vier Speichen hat, was selten vorkommt, repräsentieren die Speichen entweder die vier edlen Wahrheiten oder die vier Dhyanas.

Das Rad hat oft Speichen, die über das Rad hinausragen, was wir uns als Spitzen vorstellen können, obwohl sie normalerweise nicht sehr scharf aussehen. Die Spitzen repräsentieren verschiedene durchdringende Einsichten.

Man geht davon aus, dass das Dharmachakra-Symbol im Buddhismus aus dem Hinduismus bzw. Jainismus hervorgegangen ist, da ähnliche Symbole auch hier zu finden sind.

Das traditionelle Dharmachakra wird als Wagenrad dargestellt mit einer unterschiedlichen Anzahl an Speichen. Es kann hierbei jede Farbe annehmen, wobei üblich Gold verwendet wird. In der Mitte des Wagenrads findet man entweder ein Yin-Yang Zeichen, einen zweiten Kreis oder ein zweites Rad.

Die Bedeutung des Dharmachakras

Das Dharma-Rad besteht stets aus drei Grundteilen: der Nabe (innen), der Felge (aussen) und den einzelnen Speichen. Im Laufe der Jahrhunderte haben verschiedene Lehrer und Traditionen unterschiedliche Bedeutungen für diese Teile vorgeschlagen. Die geläufigsten sind hierbei:

Der Kreis

Der Kreis, nämlich die runde Form des Rades, repräsentiert die Vollkommenheit des Dharma, der Lehre Buddhas.

Der Rand

Der Rand des Rades steht für meditative Konzentration und Achtsamkeit, die die Praxis zusammenhalten.

Die Nabe

Die Nabe steht für moralische Disziplin. Die drei Wirbel, die oft auf der Nabe zu sehen sind, sollen manchmal die drei Schätze oder drei Juwelen darstellen: Buddha, Dharma, Sangha. Sie können auch Freude darstellen.

Einsatz in der heutigen Zeit

Das Symbol des Rads des Gesetzes befindet sich heutzutage auf vielen Nationalflaggen und Wappen wieder.
Als Beispiel wären hierunter die Flaggen und Wappen Indiens als auch Sri Lankas und Tibet zu nennen.

Nationalflagge Indiens
Auf der indischen Flagge krönt in der Mitte das Dharmachakra mit insgesamt 24 Speichen.

Diese Darstellung beruht auf alten Darstellungen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und ist dem Bemühen König Ashokas
zu verdanken, der den Buddhismus als friedliche zum Menschen gerichtete Religion von Griechenland bis nach Thailand
mittels seiner Kapitelle und Boten verkündete.

Das Rad des Gesetzes wurde auch von Buddha mittels einer Mudra dargestellt, nämlich namens gebend mittels der Dharmachakra Mudra. Hierbei formte Buddha mit dem Daumen und dem Zeigefingern beider Hände in Brusthöhe zwei Kreise, während die restlichen Finger ausgestreckt sind.

Das Drehen des Dharma-Rads

“Das Dharma-Rad drehen” ist eine Metapher für die Lehre Buddhas über das Dharma in der Welt. Im Mahayana-Buddhismus heißt es, der Buddha habe das Dharma-Rad dreimal gedreht.

Die erste Drehung war die Predigt im Wildpark zu Sarnath nach der Erleuchtung des Buddha. Hier erklärte der Buddha die vier edlen Wahrheiten. Die zweite Drehung war die Einführung der Vollkommenheit der Weisheitslehren über die Natur der Shunyata (Leere). Die dritte Drehung war die Einführung in die buddhistische Lehre